EINGEBETTET IM GRÜNEN

Mikro-Architektur · Frühjahr 2020

in Kollaboration mit STUDIOIDA

Schirmherr Rhönforum / Rhön GmbH
Auftraggeber Fam. Arnrich, Fischbach/Rhön
Fördermittel RAG LEADER Wartburgregion
Tragwerksplanung KIG Meiningen
Zimmermannsarbeiten KUBIO GmbH


BUTZE! ist ein selbstinitiiertes Projekt mit dem Ziel mittels minimaler Interventionen einen Beitrag zur nachhaltigen touristischen Aufwertung ländlicher Regionen zu leisten.

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Unter Schirmherrschaft von Rhönforum und Rhön GmbH konnten im Frühjahr 2020 durch die Initiative eines privaten Betreibers die beiden ersten BUTZEN! in Verbindung mit dem Premium-Familienwanderweg „Hexenpfad“ im Sommertal bei Fischbach (Rhön) erstellt werden. 

Lage

Der Standort des Pilotprojekts liegt in traumhafter Naturlandschaft mitten im Biosphärenreservat Rhön. Der Spring, ein kleiner Zufluss der Felda, hat ein sich stark verengendes Tal in das Kalktuffgestein geschnitten. Folgt man seinem Verlauf von der Quelle an, gelangt man nach kurzer Zeit zum kleinen Fischbacher Wasserfall, eine Tuffsteinkaskade, in dessen direktem Umfeld sich eine alte Mühle befindet. Hier wohnt die Bauherrschaft, welche die besonderen Wandererherbergen in ihrem idyllischen Apfelhain errichten ließ und mit viel Engagement betreibt. 

Gebäudekonzept

Die beiden BUTZEN! wurden aus lokalen Materialien individuell für diesen Standort entwickelt. Dabei wurden regionale Bautraditionen modern interpretiert. Die abstrakte Form kontrastiert mit dem natürlichen Umfeld. Die Anleihen von Forst- und Jagdarchitekturen lässt sie jedoch klar an diesem Ort beheimatet sein.

Der kaleidoskopartige Baukörper formt einerseits einen sakral anmutenden, hohen und schlanken Eingang mit zweiteiliger "Pferdetür". Diesem gegenüber transportiert ein breites, rahmenloses Panoramafenster das Bild der Landschaft in's Innere. Die beiden Baukörper sind Abwandlungen des gleichen Bautyps. Die Eingangssituation ist jeweils identisch, doch durch das Umkehren des aufgesetzten, geometrischen Körpers entstehen absolut individuelle Innenräume.  

Die eine BUTZE! - "Gretel" genannt - reckt ihr Panoramafenster weit nach oben und erzeugt einen dramatischen Innenraum, in dem man sich den Weg zur Schlafplattform erst erklettern muss. Die andere BUTZE! - "Hänsel" - mit seinem steilen Dach, empfängt den Schutz suchenden mit großzügiger Plattform und ungefiltertem Blick auf das sich weitende Tal.

Konstruktion

Der Minimalismus setzt sich in der Konstruktion fort. Die Schraubfundamente ermöglichten einen reversiblen Eingriff in den Boden des Apfelhains. Auf ihnen ruht das mit Leinöl lasierte Holztraggerüst, welches den aus vorgefertigten Holzrahmenbau-Elementen zusammengefügten Baukörper trägt. Innen wie außen kleiden roh belassene Fichte-Tanne-Dreischichtplatten die Oberflächen, welche über die Zeit die Spuren von Wind, Wetter und Nutzung offen zur Schau tragen. 

Die Verkleidung zieht sich als obere wasserführende Schicht auch über das Dach - sozusagen die Interpretation eines Holzschindeldachs mit jedoch nur einer Schindel. Auch die zweigeteilten Türen sind aus den gleichen Dreischichtplatten gefertigt und werden durch Schmiedeeisenteile in der gewünschten Position gehalten. Das Panoramafenster wurde als einfaches VSG auf einem Tropfblech mittels Gummipuffer abgestellt und durch Rahmenhölzer fixiert. Durch die besondere Nutzung und die Verwendung von kapillaraktiver Holzwolledämmung konnte auf den Einsatz von wasserdampfregulierenden Folien komplett verzichtet werden.

Bilder: TAKTAK, STUDIOIDA, KUBIO, Bernd Arnrich

Buchung BUTZE Sommertal: www.sommertal.info

Link: BUTZE Sommertal @ MDR Thüringen Journal

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